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Heute ist die neue WLAN-Karte Atheros AR9280 endlich per Post angekommen! Von den Spezifikationen her bietet die Karte nichts besonderes. 300 Mbps Übertragungsrate und 5 Ghz Netzwerke werden unterstützt, wie bei aktuellen WLAN-Karten üblich.
Spannend ist jedoch, dass Atheros bekannt ist für gute quelloffene Treiber und desweiteren sogar freie Firmwares verfügbar sind. Dies spielt dann eine Rolle, wenn ein Linux-Kernel, wie z.B. linux-libre, komplett auf alle properitären, closed-source Treiber und Firmwares verzichtet. Mit diesem “freieren” Kernel, kann es schnell passieren, dass ein großteil der Hardware-Peripherie nicht mehr funktioniert. Z.B. konnte mit diesem Kernel meine Intel WLAN-Karte nicht mehr verwendet werden, da es für diese keine freie Firmware gibt. Der standard Linux-Kernel ist hier nicht so streng und verwendet für den Betrieb die unfreie Firmware.

Bei dem Online-Store Thinkpenguin bin Ich dann auf Hardware gestoßen, die mit linux-libre kompatibel ist. In diesem Fall sollten Firmware und Treiber open-source sein. Meiner Meinung nach ist dies nicht nur nützlich fürs soft- und hardwarehacken sondern stellt auch einen nicht zu unterschätzenden Sicherheitsaspekt dar. Geschlossene Firmware-Dateien können Backdoors oder Sicherheitslücken beinhalten, die nicht eingesehen oder behoben werden können. Im schlimmsten Fall hat der Hersteller, vielleicht aus wirtschaftlichen Gründen heraus, garkein Interesse mehr, diese Fehler zu beheben oder zu veröffentlichen.

Zum ausprobieren der neuen Karte, habe Ich mir den Kernel aus dem AUR bezogen:

pacaur -S linux-libre

Vorausgesetzt der Bootloader ist richtig konfiguriert und startet den neuen Kernel, sollte nach einem Neustart dieser auch verwendet werden:

uname -a
# Linux onny 4.7.0-gnu-1 #1 SMP PREEMPT Tue Aug 16 15:30:05 UTC 2016 x86_64 GNU/Linux

Das Prefix -gnu deutet hier auf den Linux-Libre Kernel hin. Die WLAN-Karte meldet sich beim System wie folgt:

lspci | grep -i wireless
# 03:00.0 Network controller: Qualcomm Atheros AR928X Wireless Network Adapter (PCI-Express) (rev 01)

Die passenden Module, der ath9k-Treiber, sind auch geladen:

lsmod | grep ath
# ath9k 131072 0
# ath9k_common 32768 1 ath9k
# ath9k_hw 442368 2 ath9k_common,ath9k
# ath 28672 3 ath9k_common,ath9k,ath9k_hw
# mac80211 659456 1 ath9k
# cfg80211 495616 4 ath,ath9k_common,ath9k,mac80211
# led_class 16384 4 ath9k,sdhci,dell_laptop,input_leds

… und siehe da, das WLAN funktioniert problemlos mit dem neuen Kernel :)

Interessant ist auch, dass in meinem Netzwerkmanager nun auch ein P2P-Interface auftaucht. Ich vermute mal, dass es sich um IEEE 802.11s handelt, was hier implementiert wurde.