Lichttechnik steuern mit µDMX und Q Light Controller+

Update Juli 2015

Musikfest 2008

Auf den jährlichen Musikfest meines Musikvereins haben wir einiges an Lichttechnik wie über 50 Spots, 2 DMX-Nebelmaschinen, ein DMX-Strobo und 2 Movingheads. Für letztere 3 Geräte hatten wir immer das kleinere 2x16Ch Mischpult genommen, auch deshalb haben wir die Movingheads nicht getrennt gesteuert, sondern zusammen über eine Adresse, ein MH war in der X-Achse gespiegelt. Das hat mich von Anfang an gestört, dass ich sie nicht separat bewegen kann, auch wenn der Aufwand viel höher sein wird Szenen für beide MHs getrennt zu programmieren, deshalb suchte ich dann auch ein geeignetes open source Programm.

Unter den zahlreichen kostenlosen DMX-Programmen entdeckte ich die freie Software Q Light Controller+ welche auch auf Linux läuft. Als nächstes baute ich den USB-DMX-Adapter: µDMX nach, mit der kleinen Änderung, dass ich den DC-DC Wandler (DC1) in einen anderen Gehäuse (SIL4) bestellte, einen kleineren 5V-Spannungsregler (LP2950/TO92 statt LM7805/TO220) (IC2) und eine neuere Hardware-Revision vom Atmega8, den Atmega8A (IC3) nahm, um ein paar Cent zu sparen. Dank der eagle-Files von µDMX Mod2 ist das ja geringster Aufwand.
Hier meine Version µDMX_Mod3:
udmx_mod3.brd
udmx_mod3.sch

uDMX-Mod3_pcb
uDMX-Mod3_sch
Das Gehäuse "SP 2002 SW" von Reichelt scheint mir etwas überdimensioniert zu sein.
Das Gehäuse “SP 2002 SW” von Reichelt scheint mir etwas überdimensioniert zu sein.

Die Firmware ist die gleiche wie vom Ursprungsprojekt: http://www.anyma.ch/research/udmx/, mit den folgenden Parametern für avrdude setzt man die Fuses des Atemga8(A):

avrdude ... -p m8 -U lfuse:w:0x9f:m -U hfuse:w:0xc9:m

Für das erste Mal nahm ich mir also die 2 Moving Heads MiniMAC Profile vor. QLCplus hat dank einer großen Geräteliste von mittlerweile >500 Fixtures schon ein Profil der MHs sowie ein Modul für den µDMX-Adapter. Das Programm ist einfach zu verstehen und zu bedienen. Wenn man dann in der virtuellen Konsole sich einige Buttons und Fader zusammengeklickt hat merkt man, dass mechanische Schieberegler doch auch ganz praktisch sind (wenn man kein Touchscreen hat). Leider habe ich auf die Schnelle noch nicht hinbekommen Kanäle vom Mischpult über ein MIDI-USB-Adapter einzubinden, müsste theoretisch aber gehen. Glücklicherweise konnte ich stattdessen ein super praktisches Fader-Panel (nanoKONTROL2 von KORG) ausleihen und konnte es ganz easy über USB (intern MIDI) anbinden, unter Linux ohne Treiber-Installation. Dabei sollte vor den Start von QLC+ geachtet werden, dass das Modul “snd_seq_midi” geladen ist, wenn nicht, dann mit “modprobe” laden. Außerdem muss das nanoKONTROL2-Faderpanel in einen bestimmten Modus sein, den man bei gedrückt halten der “SET MARKER” + “CYCLE” Tasten wärend des Anschließen einstellt (siehe Anleitung für “Other DAW software”). Die “CYCLE”-Taste muss dann beim Anschließen blinken.

KORG - nanoKONTROL2
KORG – nanoKONTROL2

Die Tasten und Schieberegler kann man auch super einfach in der virtuellen Konsole zuordnen, in dem man sie für die automatische Erkennung kurz bewegt. Für Buttons sind zusätzlich auch Tastenkürzel möglich. Auch ein Joystick lässt sich mit den HID-Modul einfach einbinden, damnit die MHs nicht immer auf die Mittelposition zurück gehen bei Loslassen des Joystick, kann man im Tab “Input/Outputs” -> “Profile” -> “Profil des joystick” -> “Edit” -> “Channels” -> “Slider1/2” -> “Movements” die Bewegung der entsprechenden Kanäle der Joystick-Achsen auf “Relative” stellen. Um die Bewegung Relativ zu steuern muss noch ein Feature entwickelt werden.

Caption
Joystick movement setting
test
Wer das gleiche Setup hat oder einfach mal mit meinen Projekt rumspielen will, hier die Datei: QLC+ Projektdatei 2015

QLCplus wird derzeit stark weiterentwickelt, u. a. soll es vielleicht mal eine 3D Visualisierung geben. :-)

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